Das Mondgrundstück Ein Original von Mondland
  • Weltraumprogramme der ehemaligen Sowjetunion

    Wenn man die Erfolge der weitestgehend unbekannten russischen Missionen auflistet, hinterlassen diese Erstleistungen ein beein- druckendes Bild über das Engagement.

    Viele der russischen Erfolge in der Weltraumforschung waren wegweisend. Die großartigen Leistungen in der sowjetischen Weltraumtechnik sind im Westen weitgehend unbemerkt ge- blieben, denn in der Zeit des kalten Krieges wurden diese praktisch nie anerkennend erwähnt.

    Vergessene Weltsensationen russischer Pionierarbeit:

    1957 Sputnik-1 Der erste Stallit im All
    1959 Luna-2 Das erste von Menschen geschaffene Objekt auf einem anderen Himmelskörper
    1961 Juri GagarinDer erste Mensch im All
    1959 Lunik-3Die erste Mondumrundung mit dem ersten Bild der Rückseite des Mondes
    1963 Valentina TschereskovaErste Frau im Weltall
    1965 Alexej LeonovDer erste Weltraumspaziergang
    1970 Luna-17Bringt das erste Fahrzeug heil auf die Mondoberfläche, den Lunochod

    2011 – 50 Jahre bemannte Raumfahrt

    Vor 50 Jahren, am 12. April 1961, umkreiste der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch die Erde.

    In den frühen Morgenstunden des 12. April startete vom Welt- raumbahnhof Baikonur die Mission, die den ersten Meilenstein in der bemannten Raumfahrt setzt: Der erste Raumflug eines Menschen, welcher auch wieder heil nach Hause kam. Die Mission dauerte bis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nur gute zwei Stunden. Die Raumkapsel wurde während des Fluges komplett von der Bodenstation aus per Kurzwellen- sender gesteuert. Gerade einmal 108 Minuten brauchte die Raumkapsel "Wostok 1", um einmal die Erde zu umrunden. Bei der Landung löste Gagarin in etwa 7 km Höhe wie geplant den Schleudersitz aus und landete wohlbehalten.

    juri gagarin Ikone der russischen Raumfahrt Juri Gagarin war von 1961 - 1966 Chef-Kosmonaut der ehemaligen Sowjetunion. Am 27.03.1968 ver- unglückten auf tragische Weise, er und sein Fluginstrukteur Wladimir Serjogin, bei ihrem Übungsflug mit der MiG-15 UTI, tödlich.

    Lunochod - der Mondgänger

    Lunochod heißt im russischen Луноход = Mondgänger. Es ist das erste Mondmobil, das den Erdmond erforschte. Am 17. November 1970 landete die Sonde Luna 17 im Mare Imbrium. Mit an Bord war der erste ferngesteuerte Roboter der Menschheit, der einen extraterrestrischen Himmelskörper befuhr. Lunochod 1 war eine Erfolgsstory der sowjetischen Raumfahrt: Eine Batterie lud das Fahrzeug über Solarzellen auf - das erste fahrende russische Mondlabor arbeitete über elf Monate und dabei fuhr der Rover über 10 km auf dem Mond.

    Ferngesteuert vom Kontrollzentrum in Kasachstan untersuchte man über 500 Bodenproben und übertrug über 20.000 Bilder. Als ein Kühlsystem ausfiel, schaltete sich der Rover wegen Überhitzung ab und war seit dem verschollen.

    Lunochod 2 - noch heute in Betrieb

    Im Januar 1973 startete Luna 21 und erreichte den Mond am Südrand des 55 km breiten Kraters "Le Monnier" in der Über- gangszone vom Krater Mare Serenitatis zum Taurus-Gebirge. Ziel war es, mit Lunochod 2 einen geradlinigen, tektonischen Grabenbruch der Mondrinde im Südostteil des Kraters zu er- forschen. An dem Rover befand sich unter anderem ein in Frankreich gebauter Laser-Reflektor. Damit konnte man meter- genau die Entfernung von Erde und Mond messen.

    Die Mission endete nach fünfmonatiger Erkundungstour. Die Sonde musste aufgegeben werden, nachdem sie in einen Krater gefahren war und die Solarzellen mit Staub bedeckt waren, sodass man nicht mehr ausreichend Strom zum Betrieb hatte.

    Die beiden russischen Mondfahrzeuge stellen eine enorme technische Meisterleistung dar. Mit Lunochod 2 wird noch immer die Entfernung zur Erde gemessen. Zudem legte er auf seiner Mission über 37 km zurück. Damit ist Lunochod 2 bis heute ungeschlagen, denn kein anderes Fahrzeug legte bisher je eine größere Reise auf einem anderen Himmelskörper zurück. lunochod

    Verbleib der Mondmobile

    Die letzte Position des Lunochod 1 war jahrelang nicht genau bekannt. Im Jahre 1993 wurde die Landeplattform Luna 17 und der Rover auf einer Auktion von Sotheby's in New York City für 68.500 US-Dollar versteigert. Der Auktionskatalog beschreibt das Mondmobil als "resting on the surface of the moon". Im März 2010 wurden Luna 17 und Lunochod 1 schließ- lich auf Aufnahmen der Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) entdeckt. Auch Lunochod 2 wurde mit seiner Spur auf den Aufnahmen identifiziert. Dadurch wurde auch eine neue Berechnung der Parkposition möglich:
    Parkposition für Lunochod 1: 38,3250° N 324,9949°E
    und für Luna 17: 38,2473° N; 325,002° E
    Parkposition für Lunochod 2: 25,8401° N; 30,90191° E
    und für Luna 21: 26,9232° N; 30,4449° E